Thomas von Kummant

Der Zeichner aus München arbeitete über zehn Jahre an den fünf filigranen Bänden der Serie GUNG HO.
Damit kann er sich einen modernen Comicklassiker auf die Fahnen schreiben, der bereits in mehrere Sprachen übersetzt ist und derzeit auf Verwertung in Film und Fernsehen abgeklopft wird.

Alles, was Thomas ansonsten ins Auge fasst und auf Papier bannt, hat Stil, Eleganz und Klasse.
Gehen Sie nicht auf seinen Instagram-Account, dort postet Thomas fast täglich zum Verrücktwerden schöne Skizzen von Menschen, Landschaften, Architekturen.

Thomas von Kummant im Electric Comics Club

Kunst am Computer
Der Künstler brilliert mit ausgefeilten Bildern aus dem Computer.

Alternatives Covermotiv für die Reihe GUNG HO

Weitere Werke von Thomas von Kummant

Das Mini-Interview mit Thomas von Kummant

Eine Frage zum Look von GUNG HO allgemein. Vor einigen Jahren hast du mir gesagt, dass dieser „Computercomic-Look“ nicht so recht akzeptiert wurde. Doch von Band zu Band sei die Akzeptanz gestiegen. Wie ist die Reaktion heute?

Ich habe diesen Look mit Absicht gewählt, weil es in Frankreich und in den USA so wahnsinnig gute Zeichner gibt. Wie die mit der Linie umgehen – wo will man da noch hervorstechen?! Die sind einfach zu gut.
Da dachte ich mir, dann lasse ich die Linie ganz weg. Das war meine Intention: es anders zu machen als die anderen. Trotzdem versuche ich durch die Flächigkeit in meinen Silhouetten eine gute Lesbarkeit zu erzeugen. Was normalerweise die Linie leistet, muss bei mir dieses Ausgeschnittene hervorbringen. Selbst Bäume sind bei mir wie ausgerissene Silhouetten.
Es hat ein bisschen gedauert, bis die klassischen Comicleser ihren Zugang gefunden haben. Als man den Look noch nicht richtig greifen konnte, bin ich in Frankreich zum Beispiel für die besten Farben ausgezeichnet worden.
Ich denke, der Stil ist sehr präsent: Wenn man ein Bild aus GUNG HO sieht, weiß man sofort: Das muss GUNG HO sein.

Ist es wahr, dass Du in der Schlussphase von GUNG HO noch Assistenz hattest?

Tatsächlich. Bei diesem Stil lässt sich das so einrichten, dass einer nach meinem Graustufenlayout die Ebenen vorbereitet, die lege ich schon ziemlich genau an, und dann kann jemand die sogenannten „flat colors“ als einfarbige Ebenen anlegen – und ich kann das verwenden und mit meinen Strukturpinsel nacharbeiten.

Zum Verständnis sei gesagt, dass jeder, der heute am Computer zeichnet, Ebenen anlegt. Laienhaft gesagt: Vordergrund, Hintergrund, Textur, Licht, Schrift.
Aber du machst dir ganz viel Arbeit mit ganz viel Ebenen, stimmt’s?

Ja, jaja, manche Bilder haben schon so an die 50 bis 60 Ebenen.

Rekord! Auch auf die Lichtsetzung möchte ich noch konkret hinweisen. Mich hat ein Bild sehr geflasht, wo die Jugendlichen über eine Wiese laufen – und du lässt von schräg oben fast jeden Lichtstrahl einzeln auf die Wiese einfallen.
Wie viel Arbeit kann man sich machen?

Nun, das ist der Vorteil von dieser Technik. Durch diese Ebenen kann man mit Verläufen sehr schön Licht malen. Dann radiert man wieder ein bisschen weg, dann kriegt es noch mehr Atmosphäre und so weiter. Im Grunde geht es aber noch leichter: Bei Apple gibt’s ja diese Tastenkombination „Apfel + L“ und du hast Licht!

(Thomas‘ letzte Bemerkung ist ein Gag, machen Sie das nicht zu Hause nach! Die Fragen und Antworten sind gekürzte Auszüge aus einem ausführlichen Interview, das auf YouTube zu finden ist – „Ausgefragt: Thomas von Kummant“ https://www.youtube.com/watch?v=fRZRMHfCX8Y)

Thomas von Kummant im www